USA, China, Frankreich…
…und
die Reihe ließe sich beliebig fortsetzten. Sei es der US-Präsident Obama, der
die Bürger seines Landes auffordert, sie sollen nur noch amerikanische Produkte
kaufen („Buy America“) und sich zeitgleich am liebsten wegen Autoreifen,
Hühnchenfleisch und Stahlträgern in einen Handelskrieg mit China stürzen wollen
würde. Oder der zähe Widerstand der Franzosen ihre Märkte (Eisenbahn, Energie,
Elektronik) der europäischen Konkurrenz zu öffnen oder die von den Chinesen
nach wie vor meisterlich praktizierte Methode Ausländer nur zu ihren
Konditionen ins Land zu lassen und entsprechend mehr daran zu verdienen.
Schutzzölle, Strafzölle, Subventionen, Gesetzesbestimmungen, Import- und
Exportbeschränkungen – alles Werkzeuge mittels derer alle Staaten dieser Welt
glauben ihre heimische Wirtschaft schützen zu müssen. Dass aber all diese
Regierungen am Ende mit ihren Versuchen der heimischen Wirtschaft Vorteile zu
verschaffen denjenigen ganz massive Nachteile bescheren, zu dessen Wohl sie
einmal ins Amt gewählt wurden, interessiert von den Regierenden eigentlich
niemanden.
Bürger zahlen die Zeche
Denn
am Ende sind es die Bürger eines jeweiligen Landes, welche für diesen
vermeintlichen Schutz tief in die Tasche greifen müssen. Entweder weil mittels ihrer
Steuern die Subventionen finanziert werden, dank derer die heimischen Wirtschaftbetriebe
der Konkurrenz enteilen sollen. Oder weil die heimischen Anbieter nun eine
quasi Monopolstellung inne haben und sie diese leidlich ausnutzen, sprich die
Preise dramatisch erhöhen oder auch nur, weil natürlich jeder Importeur die zu
entrichtenden Schutz- bzw. Strafzölle eins zu eins auf seine Waren- und
Verkaufspreise umschlägt. Natürlich fragen Sie sich jetzt, was das denn alles soll:
Jedes Kind weiß doch das Protektionismus schlecht ist, aber Politiker wollen
eben wieder gewählt werden und deshalb müssen sie ein bisschen
protektionistisch sein. Nun, zunächst ist ein bisschen Protektionismus nicht
möglich und der einmal eingeschlagene Weg nur schwer zu verlassen. Die dem
Protektionismus innewohnende Logik verlangt immer mehr „Schutz“ bis am Ende die
heimische Wirtschaft nahezu komplett abgeschottet ist und aufgrund von
Unflexibilität, mangelnder Innovation und vor allem völlig überteuerten Preisen
kollabiert. Dann ist Protektionismus eines der klassischen Merkmale des
Crack-up-Booms (CuB). Es ist neben der Druckerpresse eine Methode dem Volk
(sehr kurzfristig) höheren Wohlstand vorzugaukeln, während tatsächlich die
Wirtschaft zusammenbricht. Und schließlich darf nicht vergessen werden, dass
gerade Volkswirtschaften, die sehr auf den Export ausgerichtet sind (wie
beispielsweise Deutschland), von protektionistischen Maßnahmen besonders hart
getroffen werden.
Märkte
Vielleicht
ist auch dies ein Grund, weshalb sich die Märkte derzeit negativ präsentieren.
Im DAX sind die 6.000 Punkt nach wie vor weit entfernt und der DOW ringt mit
der 10.000 Punkte-Marke. Zugegebenermaßen sieht derzeit wenig nach
Crack-up-Boom aus. Andererseits glauben wir nach wie vor an unser CuB-Szenario.
Noch können sich die Bewegungen der letzten Tage als weitere Versuche des
Marktes entpuppen, die letzten „schwachen“ Hände abzuschütteln und dann befreit
nach oben steigen zu können. Allerdings wollen wir auch nicht leugnen, dass uns
mit dem September nun der vermeintlich schlechteste Börsenmonat bevorsteht.
Sollte der DAX unter die 5.800 Punkte rutschen und dort auch über einen
längeren Zeitraum (mehr als 2 Tage) verbleiben, dann gehen den Bullen langsam,
aber sicher die Argumente aus.

…und Gold?
Während
den Aktienmärkten mit dem September ein traditioneller schlechter Monat
bevorsteht, verhält es sich beim Gold anderes herum. Hier gilt der September
als der stärkste Monat. Da Gold bereist den Sommer über erstaunlich robust
gewesen ist und nur kurz unter 1.200 gefallen ist, scheint der Boden bereitet,
um in den kommenden Monaten zu neunen Hochs aufzusteigen. Die Charts sehen gut
aus, denn trotz des Anstieges der vergangenen Wochen sind die meisten
Indikatoren noch nicht im überkauften Bereich. Eine kleine Verschnaufpause an
dem derzeitigen Allzeithoch von 1.260 USD würde dem Metall und der künftigen
Kursentwicklung aber dennoch gut tun.

Musterdepot
Angesichts dessen, dass die Märkte technisch betrachtet nach wie vor sehr
unsicher aussehen und das finale Signal für den CuB fehlt, bleibt unser
Stopp-Loss für das Dax-Long-Hebel-Zertifikat (WKN: GS8YFB) bestehen. Wir
belassen ihn bei 5.800 Punkten auf Tagesschlusskursbasis
(gültig ab dem morgigen Mittwoch, den 1.09.2010). Dies entspricht ungefähr
einem Preis von rund 5,40 EUR. Ansonsten bleibt im Musterdepot alles beim
Alten. Wir tätigen weder Zu- noch Verkäufe und warten die Entwicklung weiterhin
ab. Da wir vor allem breit gestreute, mittlere und kleine Werte in unserem
Musterdepot liegen haben, sollten wir nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen
werden, wenn die Märkte weiter schwächer tendieren.
Hinweis in eigener Sache
Am 1./2. Oktober 2010 findet der große Kongress zur Österreichischen Schule
(Veranstalter: GO AHEAD! business summit '10) unter Mitwirkung von Smart
Investor in Wien statt. Als Abonnent von SI können Sie zu einem vergünstigten
Vorzugspreis teilnehmen. Alle wichtigen Infos dazu finden Sie hier: www.go-ahead.at/go-ahead-business-summit
Der neue Smart Investor ist da!
Seit
Samstag können Sie den neuen Smart Investor lesen. Schwerpunktthema ist diesmal
„Clean Energy“. Wie man vom Trend zu mehr Energieeffizienz, intelligenten
Netzen und besseren Energiespeichern profitieren kann erfahren Sie hier.
Daneben haben wir das Thema „Seltenen Erden“ genauer unter die Lupe genommen,
um zu erfahren was wirklich dran ist an dem Hype um diese vermeintlich seltenen
Rohstoffe. Wenn Sie sich darüber hinaus noch dafür interessieren, welche Perlen
sich im Bereich Microcaps finden lassen und wie Broker und Vermögensverwalter
im CuB ab schneiden dürften, dann holen Sie sich doch hier Ihr Probeabo!
Fazit
Wir bleiben vorerst bei unserem Szenario und gehen zunächst davon aus, dass
sich der CuB durchsetzen wird. Allerdings sind wir auch nicht starrsinnig oder
stur. Wenn sich die Situation ändert, dann sind wir auch bereit unsere Position
zu ändern.
Fabian
Grummes
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Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan
von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Dienstagnachmittag.