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Die am General Standard gelistete und seit März 2007 börsennotierte Vita 34 AG (DE000A0BL849) hat sich auf der Grundlage ihres international bekanntesten Markennamens umfirmiert. Diesen Schritt sieht die nach eigenen Angaben führende europäische Zellbank und drittgrößte globale Zellbank als eine Schlüsseletappe im Zuge der internationalen Expansion ihrer Geschäftsaktivitäten. An der Börse zählt die im Biotech Basket von Going Public enthaltene Gesellschaft mit einem aktuellen Börsenwert von rund 70 Mio. EUR zu den Micro Caps.
Die 1997 gegründete Vita 34 AG hat bekanntgegeben, ab sofort unter ihrem Markennamen FamiCord AG zu firmieren. Seinen bisherigen Firmennamen will das in Leipzig ansässige Unternehmen vor allem in den deutschsprachigen Ländern weiterführen. Dort sei Vita 34 eine sehr gut eingeführte Marke im Endkundengeschäft, erklärt die Gesellschaft in einer Pressemitteilung. Der Name FamiCord soll dagegen in Zukunft den weiteren internationalen Markenauftritt stärken. „Für unser weiteres internationales Wachstum sowie die Expansion in weitere Geschäftsfelder ist dieser Schritt ein wichtiger Meilenstein“, erläutert dazu der Vorstandsvorsitzende Jakub Baran in derselben Pressepublikation.
Bezugspunkt Firmenfusion
Der neue Firmenname nimmt klar Bezug auf die wichtigste strategische Entscheidung in der jüngeren Firmenhistorie. 2021 fusionierte Vita 34 mit der polnischen PBKM-FamiCord-Gruppe zur größten europäischen Stammzellbank. Nach eigenen Angaben hat FamiCord/Vita 34 mehr als 230 000 Kunden aus mehr als 20 Ländern, die Nabelschnurblut in Leipzig eingelagert haben. Das Unternehmen ist damit nach eigenen Angaben die drittgrößte Zellbank weltweit. Die Entscheidung für den Namen FamiCord legt den Schluss nahe, dass sich das Unternehmen damit noch mehr Anziehungskraft bei der für die Geschäftsentwicklung elementar wichtigen Neukundenakquise verspricht.
Geschäftsmodell Nabelschnurblut
Das Geschäftsmodell von FamiCord ist einfach erklärt: Die Zellbanken des Unternehmens lagern bei der Geburt gewonnene und danach aufbereitete Stammzellen aus der Nabelschnur ein. Angewendet wird dabei die sogenannte Kyrokonservierung, bei der das Nabelschnurblut in flüssigem Stickstoff eingefroren wird. Für die Lagerung zahlen die Kunden entweder Pauschalpreise, die von der Dauer der Lagerung abhängig sind. Die zweite Vertragsvariante ist flexibel jährlich kündbar: zu einer einmaligen Pauschale kommt eine jährlich zu zahlende Gebühr. Mit dem Einsatz von embryonalen Stammzellen lassen sich in späteren Lebensabschnitten personalisierte Therapien durchführen, mit denen kranke Organe und Körpergewebe erneuert werden. Zum Einsatz kommen embryonale Stammzellen bislang vor allem bei der Behandlung von Leukämie, Anämie und Erkrankungen des Immunsystems.
Verbesserte Ergebnisziffern
Seine Geschäftszahlen für 2024 wird das am Geregelten Markt gelistete Unternehmen am 26. März vorlegen. Im den ersten neun Monaten verzeichnete Vita 34 ein Umsatzplus von 6,3 % auf 60,3 Mio. EUR. Der operative Gewinn auf EBITDA-Basis schnellte um 77,5% auf 6,4 Mio. EUR nach oben. Ein Sondereffekt spielte dabei eine wichtige Rolle: Neue Vereinbarungen mit dem US-Lizenzgeber von Vita 34 für die zellbasierte CAR-T-Technologie spülten 1,4 Mio. EUR in die Kasse.
Das Periodenergebnis fiel zwar mit einem Minus von fast 1,3 Mio. EUR erneut negativ aus. Gegenüber den 5,8 Mio. EUR vom Vorjahr haben sich die Verluste jedoch deutlich verringert. Deutlich verbessert haben sich auch die Mittelzuflüsse. Der operative Cashflow erhöhte sich um 61,1% auf fast 7,8 Mio. EUR. Zugleich lagen die liquiden Mittel konstant bei 17,6 Mio. EUR.
Aktienkurs am Boden
Bei seiner Jahresprognose erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen 81 und 88 Mio. EUR und ein EBITDA von 6,5 bis 8,0 Mio. Euro EUR. Im Geschäftsjahr 2023 hatte Vita 34 einen Konzernumsatz von 77,1 Mio. EUR und 1,9 Mio. EUR Konzernverlust eingefahren. Das Unternehmen arbeitet an einer Strategie für neue Geschäftsfelder, die laut Pressemitteilung zu den Neunmonatszahlen „in den kommenden Monaten präsentiert werden sollen.“
Der Aktienkurs hatte 2024 rund 24% an Wert verloren. In den letzten drei Monaten ist er zu einer charttechnischen Bodenbildung übergegangen. Ein Schlüsselfaktor für eine Kursbelebung in diesem Jahr wird zweifellos sein, ob es FamiCord gelingt, die Gewinnzone zu erreichen. Aktuell notiert die Aktie auf dem tiefsten Niveau seit mehr als zehn Jahren.
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Autor/Autorin
Stefan Riedel
Stefan Riedel ist freier Autor bei GoingPublic Media und selbständiger Redakteur mit Schwerpunkt Finanzen und Wirtschaft.